Sehr geehrte Damen und Herren,

 

 

dies ist eine Seit für politisch interessiert Bürger. Meiner Ansicht nach lassen sich die Grundlagen bürgerlicher Politikinteressen heute etwa folgendermaßen skizzieren:

Rechtsstaatlichkeit, Frieden, Wohlstand - wer diese Werte für die wichtigsten hält, ist ein Bürger.

Unterwerfung, Glaubenszwang, Krieg - wer diese Dinge für die abscheulichsten hält, ist ein Bürger.

Jeder Bürger, der nicht dumm ist, weiß aber auch:

Wir waren historisch keine Engel. Wir haben uns unsere bürgerlichen Erfolgskastanien oft genug von anderen Gesellschaftsgruppen aus dem Feuer holen lassen: militärisch, politisch, ökonomisch.

Auch heute noch sind wir keine selbständige gesellschaftliche Gruppe. Vielmehr wird unser bürgerliches Leben militärisch, politisch und ökonomisch von Menschengruppen mitbestimmt, die keine Bürger sind.

Gleichzeitig gefährden wir auch selbst unsere Zukunft - zumindest teilweise. Bürgerliches Kapital und bürgerliche Arbeit, bürgerliche Wirtschaft und bürgerliche Umwelt, bürgerliche Freiheit und bürgerliche Sicherheit funktionieren nach jeweils widersprüchlichen Prinzipien, für deren nachhaltigen Ausgleich wir bisher noch keine brauchbaren Ideen gefunden haben.

Trotzdem tun viele Bürger immer noch so, als seien „wir“ die normalsten Menschen der Welt. In Konflikten mit nichtbürgerlichen Menschen, beispielsweise mit Religionsfundamentalisten oder Wirtschaftsimperialisten, unterstellen „wir“ bekanntlich reflexhaft, dass diese doch einfach nach „unseren“ Werten leben könnten. Doch warum sollten nichtbürgerliche Menschen, zumal wenn sie mächtig sind, sich wie Bürger verhalten?

 

Um solche und ähnliche Fragen in aller philosophischen Ruhe und zugleich ganz öffentlich zu besprechen, habe ich für den Anfang zwei Texte ins Netz gestellt, die aus verschiedenen Diskussionen über politischen Realismus bzw. Reformfähigkeit entstanden sind.Der dritte Text, Zeit der Kompromisse, war ursprünglich nur als "Vorläufer" geplant, könnte aber vielleicht gerade darum zum Motor dieser Seite werden. Der vierte Text, Denken im Halbkreis, ist identisch mit dem Buch gleichen Titels, das 2001 im Passagen Verlag, Wien, erschienen ist und enthält meine politikphilosophischen Grundideen.

 

Wenn Sie meine Ansichten interessant finden, können Sie einen Kommentar dazu gleich auf dieser website schreiben oder mir Ihre Kritik und Anregung auch privat per e-mail zukommen lassen.


Für heute mit den besten Grüßen

 

Ihr

 

 

Gerd van Elst